Geschichte unseres Klosters und unserer Kirche.

Schon im 12.Jhr.waren Karmeliten in Regensburg bei St. Oswald an der Donau. Nach 80 Jahren zogen sie bereits wieder weg und gründeten in Straubing einen neuen Konvent. Knapp 300 Jahre später berief Kaiser Ferdinand II. die Karmeliten des reformierten Zweiges („Unbeschuhte Karmeliten“ ) nach Regensburg. Die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zustände in der Freien Reichstadt Regensburg erschwerten die Klostergründung. Der Kaiser aber erhoffte sich durch die Klostergründung einen Beitrag zur Besserung. Nach dem Erwerb des Freisinger Hofes, des ehemaligen Bamberger Hofes und des Gasthauses „Weißes Lampl“ konnte Kaiser Ferdinand III. während seines Aufenthalts am Reichstag am 12. Oktober 1641 endlich den Grundstein legen. Nach Überwindung vieler finanzieller Engpässe und erneuten Spenden durch den Kaiser konnte die Kirche endlich 1672 fertiggestellt und konsekriert werden. Durch ihre seelsorgliche Arbeit und durch ihr selbstloses Wirken während der Pest 1713 erlangten die Karmeliten großes Ansehen. Die Erfindung des „Karmelitengeistes“ 1721 brachte eine bessere wirtschaftliche Sicherheit.

Wie der Chronist bemerkt, drang der Geist der liberalen Aufklärung auch in die Klöster ein. Es kam zur Säkularisation. Als 1810 das damalige Fürstentum Regensburg dem Königreich Bayern eingeliefert wurde, begann auch hier die Auflösung der Klöster. Am 3. Nov. 1810 wurde die Kirche geschlossen und als Markthalle benutzt. Im Jahr 1812 wurde der Konvert aufgelöst. Nur der Prior P. Avertan Riedl und der Bruder Candidus Walcher durften in einem Teil des ehemaligen Klosters verbleiben um auf Rechnung der Staatskasse das „köngliche Melissengeitinstitut „ weiter zu betreiben. Im Jahr 1836 beginnt des Klosters. Bruder Candidus hatte auf eigene Kosten seit 1835 die Renovierung der Kirche betrieben: Teile des Klosters, das Frohfeste ( Gefängnis ) war, konnten zurückerworben werden. König Ludwig I. von Bayern genehmigte ein „Hospiz der Unbeschuhten Karmeliten in Regensburg“. Erst 1847 erfolgte dann die Rückgabe des ganzen jetzigen Klostergebäudes.

Der Neuaufbau begann mit soviel Erfolg, dass ein Grundstück in Kumpfmühl erworben werden konnte, ein Knabenseminar wurde errichtet und die Theresienkirche in Kumpfmühl gebaut. Das Knabenseminar und das dortige Kloster St. Theresia wurden 1987 aufgelöst. Grüß Gott im Karmelitenkloster Regensburg. Regensburg liegt am nördlichen Punkt der Donau, ist die Hauptstadt der Oberpfalz in Bayern. Sie finden uns mitten in der Stadt, neben der Alten Kapelle, 2 Minuten neben dem Gotischen Dom, am alten Kornmarkt. In unmittelbarer Nähe sind verschiedene Hotels und das Parkhaus auf dem Dachauplatz. Wir möchten Sie mit der Geschicht unseres Klosters und unserer Kirche bekanntmachen, mit dem, was hier tun, und vor allem auch mit dem „Echten Regensburger Karmelitengeist“, der seit fast 300 Jahren (1721 ) hier in unserem Kloster hergestellt wird – zum Wohle der Menschen.Wir möchten sie ein wenig bekannt machen mit unserem Orden, unserer Porvinz, dem Theresianischen Karmel in Deutschland und mit unseren bekanntesten Heilligen.


Kurze Geschichte des Ordens - vom Geist des Karmel

Die Karmeliten führen ihre Ursprünge auf den Berg Karmel (=Gartenland) zurück, jenen waldreichen Bergzug, der sich südlich von Haifa im heutigen Israel aus dem Meer erhebt. Hier lebte und wirkte der große Prophet Elja, den die Karmeliten bis heute als ihren geistlichen Vater verehren. Seine Worte "Gott lebt, vor dessen Angesicht ich stehe" und "Mit Eifer habe ich für den Herrn der Heerscharen geeifert" gehören zum Charismas ihres Ordens.

Eine formelle Gründung des Ordens gibt es nicht. Historisch nachweisbar ist eine Gruppe von Einsiedlern aus dem Abendland, die im Gefolge der Kreuzfahrer nach Palästina gekommen waren; dort ließen sie sich am Berg Karmel nieder, der ihnen mit seinen zahlreichen Höhlen gute Bedingungen für Ihr Leben bot. Um das Jahr 1210 gab ihnen der damalige Patriarch von Jerusalem auf Ihre Bitten hin eine Regel, die noch heute gültige Regel des Karmel. Die darin erwähnte Kapelle war Maria als der Patronin der Einsiedler geweiht, so daß die Einsiedler schon bald Brüder unserer lieben Frau vom Berge Karmel genannt wurden; diese Verehrung Marias sollte zu einem besonderen Merkmal des Ordens werden. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts entfaltet sie sich besonders in der vor allem unter dem einfachen Volk verbreiteten und beliebten Skapulierfrömmigkeit. Beding durch den allmählichen Verfall des von den Kreuzfahrern errichteten Lateinischen Königreichs von Jerusalem mußten auch die Karmeliten den weiter vordringenden Sarazenen weichen; sie kehrten wieder nach Europa zurück, wo sie nach der Art der im 13. Jahrhundert entstandenen sog. Mendikantenorden organisiert wurden, d. h. kleine Klöster inmitten der damals aufkommenden Stadtkultur, deren besondere Aufgabe die Seelsorge an der Bevölkerung in den Städten war. So wurde die Verbindung des eremitischen, kontemplativen Erbes mit der Seelsorge zu charakteristischen Merkmal des Karmelitenordens.

Infolge des allgemeinen Niedergangs des kirchlichen Lebens im 14. Jahrhundert, bedingt durch das abendländische Schisma, die Pest u. a., kam es auch im Karmelitenorden schon bald zu Reformbemühungen, die von eifrigen Ordensgemeinschaften unterstützt wurden. Unter ihnen verdient der sel. Johannes Soreth († 1471) eine besondere Erwähnung, aber auch deshalb, weil er die ersten Frauengemeinschaften in den Orden aufnahm (1452 zu Geldern am Niederrhein) und auch Laien die Möglichkeit des Anschlusses an den Orden bot ("Dritter Orden").

Eine durchgreifende, ganz ihrer persönlichen geistlichen Eigenart entsprechende Reform wurde ab 1562 von der hl. Teresa von Avila und mit Hilfe des hl. Johannes vom Kreuz ab 1568 auch bei Männern durchgeführt. Vor allem durch die damaligen kirchenpolitischen Umstände bedingt kam es 1580 zum Bruch zwischen den Stammorden und dieser Reformbewegung, so daß es seit dieser Zeit zwei Karmelitenorden gibt: die Karmeliten und die Teresianischen Karmeliten, dem damaligen Brauch entsprechend auch "Beschuhte" und "Unbeschuhte" Karmeliten genannt. Aufgrund Ihrer reichen geistlichen Erfahrungen, die in ihren Schriften ihren Niederschlag gefunden haben, sind Teresa und Johannes vom Kreuz bis heute die geistlichen Lehrmeister des Christentums und die Hauptvertreter der christlichen Mystik geblieben. Für den Dialog mit den nichtchristlichen Religionen wie dem Islam und dem Buddhismus haben sie gerade in unserer Zeit eine große Aktualität. Die Kirche erkannte dies, indem sie beide zu Kirchenlehrern ernannte. Die Ernennung einer ihrer größten Töchter, der hl Therese von Lisieux, zur Patronin der Mission und zur Kirchenlehrerin, zeigt, dass auch der Missionsgedanke im Orden verwurzelt ist. In Deutschland ist die 1987 selig und 1998 heilig gesprochene konvertierte Jüdin Edith Stein das bekannteste Mitglied des Ordens als Sr. Theresia vom Kreuz; wegen ihrer jüdischen Abstammung ist sie 1942 in Auschwitz vergast worden. Sie ist eine Mitpatronin Europas.

Gefährliche Zeiten, wie die französische Revolution und andere antiklerikalen Maßnahmen im 19. Jahrhundert setzten dem Orden zwar zu, doch konnte er sich immer wieder erholen. 1990 gab es in ca. 60 Ländern rund 3.700 Brüder und in ca. 80 Ländern rund 11.400 Schwestern Teresianischen Karmel.

Auch in Regensburg scheinen die Karmeliten wie unberührt vom Zeitgeist ihren Weg zu gehen. Es entspricht nicht ihrem Wesen, sich selbst ins rechte Licht stellen zu wollen. Ausser der Keuschheit, der Armut und dem Gehorsam, die der Karmelit wie alle Ordensleute gelobt, legt er noch das Gelübde der Demut ab, nicht nach Ehren und Würden zu streben. Es sind dies die Tugenden des heiligen Josefs, der nicht umsonst Patron des Ordens und der Regensburger Karmeliten ist. So lebt im Orden der Geist seiner Stifter weiter, einder heiligen Teresa von Avila und eines heiligen Johannes vom Kreuz.

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© 2004 Karmelitenkloster St. Joseph, Regensburg