Symposium

Symposium „Gott sucht den Menschen“
am 5. Juli 2025 in der Karmelitenkirche St. Josef
Regensburg

Bei hochsommerlichen Temperaturen, die aber in der Kirche gut erträglich waren, fand in der Karmelitenkirche St. Josef, das Symposium „Gott sucht den Menschen“ statt, bei dem die neue Gesamtausgabe der Werke des hl. Johannes vom Kreuz vorgestellt wurde.

Beim Eröffnungsgottesdienst war die Kirche voll besetzt. Prior, Pater Elias M. Haas, feierte die Votivmesse zum hl. Johannes vom Kreuz. In seiner Predigt erzählte er von seiner persönlichen Beziehung zu diesem Heiligen. Konzelebranten waren der Schirmherr der Veranstaltung Provinzial, P. Dr. Raoul Kiyangi OCD, und der Provinzvikar, P. Günter Aldenhoff OCD, von München.

Um 11.00 Uhr begannen die Vorträge, zu denen ca. 70 Teilnehmer/innen sich angemeldet hatten. Darunter auch 10 Marienschwestern vom Karmel mit ihrer Generaloberin, Schwester Margret Grill und ihrer Generalvikarin, Schwester Michaela Pfeiffer aus Österreich, Bad Mühllacken und die Provinzoberin Schwester Lioba Langemeyer vom Theresienheim in Regensburg.

Die beiden Referenten, P. Dr. Ulrich Dobhan OCD und Schwester Elisabeth Peeters OCD, warfen ein neues Licht auf die Gestalt des hl. Juan de la Cruz, der oft in der Vergangenheit verkannt und missverstanden wurde.

P. Dr. Ulrich Dobhan OCD erläuterte, warum wir bei Juan de la Cruz von einer Person ohne Biografie sprechen. Die Hagiografen bis hin in die neueste Zeit erzählten mehr davon, was damals zu einem Heiligen gehörte, als das, was der Wirklichkeit entsprochen hatte. Zum Beispiel die Zugehörigkeit zum Adel und die reine Abstammung. Beides ist bei Juan nicht vorauszusetzen. Die Liebesheirat seines adeligen Vaters, der von seiner Familie verstoßen wurde, weil er unter seinem Stand eine arme Weberin geheiratet hat, ist heute nicht mehr zu halten.

Er war auch, ähnlich wie Teresa, vom Vater her jüdischer Abstammung, allein sein Familienname „Juan de Yepes“ weist darauf hin, und seine Mutter war eine Moriskin, eine aus dem Islam konvertierte Christin. Er wuchs in ärmlichsten Umständen auf. Von diesem Hintergrund ist seine Persönlichkeit erst zu verstehen. Sehr detailliert erläuterte P. Ulrich die biografischen Züge einer interessanten und sympathischen Persönlichkeit.

Schwester Elisabeth Peeters OCD erläuterte das Gottesbild dieses Juan. Für ihn ist Gott der in den Menschen Verliebte. Schon allein seine Wortwahl, die Häufigkeit mit der er Worte der Beziehung verwendete, zeigt sein Gottesbild auf. Aber obwohl er viel von dem liebenden Gott schreibt, zitiert er nirgends aus dem Johannesbrief 1 (1Joh 4,16) „Gott ist die Liebe“. Das war ihm viel zu abstrakt!

Für ihn ist Gott nicht eine Idee, eine Kraft oder Energie, sondern eine Person, denn wir Menschen können nur eine Person lieben. Er spricht vom Kreuz nur in Bezug auf den Menschen, in Bezug auf den Herrn ist es immer der „Gekreuzigte“. Hier wird deutlich, wie wenig das große Missverständnis wirklich von seinen Schriften begründbar ist, er vertrete ein nicht personales Gottes-bild.

Seine kontemplative Erfahrung ist von der Begegnung mit dem personalen Christus geprägt. Seine Botschaft ist, im Gegensatz von vielen Interpretationen seiner Schriften, ganz christozentrisch.

Die Beiträge wurden sehr passend und professionell von den Gedichten Johannes vom Kreuz eingestimmt und umrahmt, die Frau Daniela Guimaraes in der Muttersprache Juans, dem Spanischen, vortrug.

Zur Mittagspause fanden sich die Symposiumsteilnehmer/innen an einem schattigen Plätzchen im Innenhof des Klosters ein. Es war eine frohe und heitere Stimmung mit angeregten Gesprächen.

Am Nachmittag folgte von beiden Referenten eine Fortsetzung der Themen vom Vormittag:

So um 16.30 Uhr fand ein interessanter und spannender Tag sein Ende, mit den Dankesworten des Prior, P. Elias M. Haas OCD und dem gemeinsamen „Großer Gott wir loben Dich!“

Lieder zu den Texten des hl. Johannes vom Kreuz:

1. Geistlicher Gesang

2. Dunkle Nacht

3. Lebendige Liebesflamme

4. Ein kleiner Hirte

5. Ich leb´, doch ohn´ in mir zu leben

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