Unsere Quellen

Unsere Quellen

Diese Quelle befindet sich noch heute im Karmelgebirge – ohne Wasser ist gerade im Klima des Heiligen Landes kein Leben möglich.

Diese Quelle war die Grundlage des Lebens für Einsiedler aus Europa, die sich im Tal „Wadi ain es Siah“ des Karmelgebirges niederließen. Irgendwann zwischen 1206 und 1214 wenden sich diese an ihren kirchlichen Oberen, Albert Avogadro, Patriarch von Jerusalem, der zu dieser Zeit in Akko, in der Nähe des Karmelgebirges residierte und baten ihn um eine Regel.

Im Stil eines Briefes gab der Patriarch den Einsiedlern am Berg Karmel eine kurze Anleitung für ihr Leben, die bis heute in ihrer Klarheit und Kürze das Leben des Karmelordens inspiriert. Diese Regel ist gekennzeichnet von der Ausgewogenheit zwischen eremitischen und gemeinschaftlichen Elementen.

Ihr Kernwort „Tag und Nacht das Gesetz des Herrn betrachten und im Gebet wachen“ ist die Grundlage für die kontemplative Berufung der Karmeliten.

Identifikationsgestalten für diese Berufung waren die zwei biblischen Persönlichkeiten: Elija und Maria. Der Prophet Elija ist mit seinem Wort „Gott lebt, vor dessen Angesicht ich stehe!“ (1 Kön 17,1) und dem Wort „In Eifer bin ich entbrannt für Gott, den Herrn der Heerscharen!“ (1 Kön 19, 10; 14) bringen die Suche nach Gottes Gegenwart in unserem Leben und das Zeugnis für diese seine Gegenwart zum Ausdruck.

Die Einsiedler weihten eine kleine, schlichte Kapelle in der Mitte ihrer Einsiedlerhöhlen der Gottesmutter und Jungfrau Maria. Von dieser Kapelle bekommen sie den Namen, den sie bis heute tragen „Brüder (und Schwestern) der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel“. Maria ist ihnen Vorbild für ihr Leben in der kontemplativen Haltung, wie der Evangelist Lukas immer wieder von Maria sagt „und sie bewahrte alles was geschehen war in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ (Lk 2, 19; 51) Die Karmeliten ehren sie als ihre Patrona und Schwester.

Die Teresianische Reform

Aus der Quelle des Karmel entsprangen immer neue Quellen der Spiritualität. Nachdem die Karmeliten durch die Sarazenen vom Berg Karmel vertreiben wurden, kehrten diese in ihre Heimatländer in Europa zurück und verbreiteten den Orden in den Strukturen eines Mendikantenordens. Ab 1452 wurden unter dem hl. Johannes Soreth auch Frauen in den Orden aufgenommen.

Teresa de Cepeda y Ahumada trat am 2. November 1535 mit 20 Jahren in den Karmel „Encarnacion“ ihrer Heimatstadt Avila ein. 1562 gründete sie das erste Kloster der Reform. In ihrer charismatischen Art schuf sie nicht nur eine Reform, sondern etwas Neues. Sie war sich bewusst, dass jede Erneuerung aus der inneren Erneuerung kommen muss und nicht zuerst von den Strukturen. Eine Einstellung, die auch in unserer Zeit aktuell ist, die nach Reformen der Kirche sucht. Teresa möchte kleine Gemeinschaften, nicht mehr als 24 Schwestern, die alle gleich sind. Diese sollten wie Freundinnen, ohne soziale Unterschiede miteinander leben.

Jede Gemeinschaft ist für sie eine Schule des Betens, in der dem „Inneren Beten“ 2 Stunden am Tag gewidmet sind. Für diese Gemeinschaften ist ihre Lehre des Inneren Betens grundlegend und inspirierend, wie sie diese in ihren Schriften beschrieben hat (Leben, Weg der Vollkommenheit, Buch der Gründungen, Wohnungen der inneren Burg) grundlegend, gelebt als eine Freundschaft mit Gott und den Mitmenschen. „Denn meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“ (Das Buch meines Lebens 8,5)

Dieses Leben mit dem „inneren Freund“ war eine neue Weise, mit Christus zu leben, ein Umbruch im Menschen- und Gottesbild: ich lebe mit in Beziehung zu Gott wie mit einem Freund und diese Freundschaft prägt mein Leben und meine Beziehungen. Der Mensch Jesus von Nazareth wurde von ihr in den Blick genommen, daher wählte sie den Ordensnamen: Teresa de Jesus. Zusammen mit Johannes vom Kreuz legte sie für den Orden einen neuen Grundstock, aus dem ein eigener Orden, der der „Unbeschuhten Karmeliten“ (heute eher „Teresianischer Karmel) entstand.

Bild 1: Elia und Maria
Bild 2: Karmeliten am Karmel
Bild 3: Teresa von Avila
Bild 4: Johannes vom Kreuz

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